Unterwegs auf Empfang

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Tagsüber wandern, Städte erkunden und faulenzen, abends im Wohnmobil oder Caravan gemütlich den neuen „Tatort“ genießen – nichts einfacher als das! Fernsehen, Internet und Spannung sind auch unterwegs jederzeit möglich.

Weltweiter TV- und Internet-Empfang

Ob man den Sommer in Schweden oder an der Südspitze Italiens verbringt, das Wohnmobil an die normannischen Küsten steuert oder den Wohnwagen in den Wäldern der Karpaten abstellt – während der lustvollen Erkundung von Land und Leuten muss niemand auf seine Lieblingsserien im Fernsehen oder das Surfen im World Wide Web verzichten. Die technischen Möglichkeiten dafür sind vielfältig. Vor allem, wenn die Reise im Mietmobil angetreten wird, sollten Urlauber mit dem Vermieter über das Reiseziel, die Gegebenheiten vor Ort und im gemieteten Wohnmobil sprechen.

Seit der Satellitenbetrieb vollständig auf digitale Signale umgestellt wurde, ist der Sehkomfort unterwegs dadurch deutlich gestiegen

Satellit: TV und Web über die Camping Sat Anlage

Die Schüssel – die Camping-Sat-Anlage – auf dem Dach ist unterwegs der Königsweg sowohl für Fernsehen als auch für den Internetzugang. Seit der Satellitenbetrieb vollständig auf digitale Signale umgestellt wurde, ist der Sehkomfort unterwegs dadurch deutlich gestiegen. Selbst auf abgelegenen Campingplätzen können sich Reisende über ein stabiles, ruckelfreies Bild freuen, da die Datenmenge deutlich kleiner ist als zu analogen Zeiten. Den optimalen Empfang garantiert eine Parabolantenne mit mindestens 65 Zentimeter Durchmesser. Am besten hat das Gerät einen automatischen Sat-Finder – so richtet sich die Satellitenschüssel ganz von allein aus.

Bei Mietfahrzeugen ist die Ausstattung in den Fahrzeugklassen unterschiedlich. Bei großen Anbietern wie McRent oder rent easy etwa sind Modelle der Premium Plus- und Premium Luxury-Klasse mit einer Satellitenanlage ausgestattet. In anderen Klassen ist Fernsehen über das WLAN des Stellplatzes eine Alternative.

Für alle, die ihre Unabhängigkeit lieben und bewahren wollen, sind Satellitenanlagen mit integriertem Internetzugang die ideale Lösung. Neben dem Notebook benötigt man nur ein Modem und einen Provider, wie zum Beispiel den deutschen Spezialanbieter Filiago. Bei einem solchen Provider kann der Nutzer auch ohne eigene Telefonleitung Daten senden.

Ab März 2017 wird in Deutschland, beginnend in den Ballungsräumen, nach und nach auf DVB-T2 umgestellt

DVB-T: Alternative mit Einschränkungen

Wer innerhalb Deutschlands unterwegs ist, kann auch auf einen DVB-T-Receiver zurückgreifen, auf dem TV-Signale terrestrisch verbreitet werden. Das ist in der Anschaffung günstiger als eine Satellitenanlage. Allerdings liegt die Netzabdeckung bundesweit nur bei etwa 90 bis 95 Prozent. Das bedeutet, dass gerade da, wo gecampt wird, womöglich kein Signal empfangen werden kann – in landschaftlich reizvollen, wenig besiedelten Gegenden etwa. Hinzu kommt, dass die Auswahl auf die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF und deren dritte Programme beschränkt ist. Große private Anbieter wie RTL oder Pro7 strahlen über DVB-T nur in Ballungsräumen aus. Per DVB-T stehen in der Regel 5 bis 30 Sender zur Auswahl, via Satellit dagegen rund 300 Sender. Und Achtung: Ab März 2017 wird in Deutschland, beginnend in den Ballungsräumen, nach und nach auf DVB-T2 umgestellt – die terrestrische Verbreitung des Fernsehsignals in hoher Auflösung (HD). Für das neue Antennenfernsehen werden dann neue Receiver nötig, nur die öffentlich-rechtlichen Sender werden unverschlüsselt zu sehen sein.

WLAN: Individuell eine gute Lösung

Gut ausgestattete Campingplätze bieten heute ganz selbstverständlich auch WLAN an. Den passenden Stellplatz findet man schnell und einfach über die Suchmaske der Stellplatzsuche im Internet. Über diese WLAN-Verbindung ins Internet zu kommen, ist an sich kein Problem, wenn Notebook, Tablet oder Smartphone mit auf Reisen sind. Entscheidend ist die Frage, wie gut der Platzbetreiber sich technisch gerüstet hat. Wie in manchen Hotels kann das Signal an abgelegenen Stellen schwach sein, was den Seitenaufbau verlangsamt und Bewegtbild-Streaming für einen Fernsehempfang unmöglich macht. Zudem wird die Signalstärke dadurch beeinflusst, wie viele andere Camper zur selben Zeit ins Netz wollen. Je mehr Sonntagabend beim „Tatort“ mitfiebern wollen, desto weniger Kapazität ist für den Einzelnen da. Entsprechend langsam kann es also auch hier zu bestimmten Zeiten werden. Tipp: Gehen Sie ins Internet, wenn die anderen im Wasser sind, und schauen sie den „Tatort“ in der Mediathek.

Tipp: Gehen Sie ins Internet, wenn die anderen im Wasser sind, und schauen sie den ,,Tatort‘‘ in der Mediathek
Im Ausland können bei den großen Datenmengen beim Streaming hohe Gebühren entstehen

Mobilfunk: Achtung, Gebührenfalle!

Über den Mobilfunktarif im Netz zu surfen, kann im Inland vor allem dann vorteilhaft sein, wenn der Wohnwagen oder das Wohnmobil über keine Satellitenschüssel verfügt. Allerdings sind auch Flat-Rate-Tarife meist im Volumen begrenzt. Im Ausland ist das Surfen über Mobilfunk günstiger geworden, seitdem die EU-Kommission zum 1. Mai 2016 die Roaming-Gebühren abgeschafft und die Verbindungskosten gedeckelt hat. Seitdem dürfen Mobilfunk-Provider nicht mehr als ihren nationalen Tarif verlangen plus 5 Cent pro MB. Doch das ist tückisch, vor allem wenn man einen Flat-Rate-Tarif gewohnt ist. Im Ausland können bei den großen Datenmengen beim Streaming hohe Gebühren entstehen. Bei 600 MB für einen Spielfilm bezahlen Sie 30 Euro, Vodafone etwa würde für 90 Minuten Videostreaming von YouTube 42 Euro verlangen. Bevor also Videos oder Fernsehen übers Mobilfunknetz ins Wohnmobil kommen, sollte man sich nach günstigeren Alternativen umsehen.

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